connedata GmbH | Software+Systemberatung
Sägemühlenstraße 49 | 26789 Leer
Telefon: 0491/92765-0 | Fax: 0491/92765-43

Liebe Wassersportlerinnen und Wassersportler,

Unsere regionale Seglerversammlung in Rhauderfehn war hoch interessant. Nach einem informationsreichen Referat des Herrn Schomacker der Hamburger Yachtversicherung am Morgen ging es am Nachmittag weiter mit den Berichten der Reviervertreter: Wilfried Heikens schilderte eindringlich den schlimmen Zustand unseres Ems-Reviers, ebenso besorgniserregend die Ausführungen von Knut Jordan und Hansi Hüser (siehe Protokoll).

Erörtert wurde im Folgenden nur der Bericht von Johann Pouliart, dem Vertreter von Revier (Inseln und Küste), dessen Rückblick durch Informationen der Soltwater-Vertreterin Iris Bornhold ergänzt wurde. Die Befahrensregelung im Nationalpark Wattenmeer war wie so oft das brisante Thema.

Ich kann mich als älterer Segler noch gut erinnern an die unzähligen Sitzungen, in denen beraten wurde, wie wir dieses schöne Revier für unsere Wassersportler retten könnten. Unsere Vereine vom NSV waren durchaus bereit, Lösungen zu suchen, die sowohl den Wassersportlern als auch dem Naturschutz gerecht würden.

Von unserer diplomatischen Taktik den Behörden und Naturschutzverbänden gegenüber hielten die neu gegründeten „Soltwaters“ überhaupt nichts. Ich erinnere mich an den Gründer Cornelius Behrends (Aurich 1951), vor allem aber an den langjährigen Vorsitzenden Dr. Arthur Petersen und die gesamte Juister Seglergruppe. Energisch forderten sie, nicht nur die Fahrrinnen, sondern das ganze Watt befahren zu dürfen, auch die hohen „Platen“, die bei schlechtem Wetter als Schutz angelaufen würden. Selbstverständlich wollten sie Seehundschutzgebiete oder Vogel- und Pflanzenschutzzonen respektieren, aber mit der entsprechenden Rücksicht auf Tier- und Pflanzenwelt müsste auch für die Menschen der Zugang zu allen Wattzonen möglich bleiben. Unermüdlich versuchte Dr. Petersen zu erklären, dass geradezu absurde Vorstellungen herrschten über den tatsächlichen Sportbootverkehr im Watt und das dazugehörende Trockenfallen. Mahnend beschwörte er die Sportbootfahrer, sich an die 10 Goldenen Regeln zu halten, um Natur- und Gewässerschutz zu sichern.

Heute sage ich: Recht hatten er und die Soltwaters. (Näheres Seite 94 - Unesco Weltkulturerbe) Viel zu nachlässig und lahm agierte der DSV und bot den Vereinen kaum Unterstützung. Ich stelle die langwierige Entwicklung verkürzt dar, aber leider bedeutet das Nationalpark-Konzept, dass der Wassersport auf dem Watt von Dänemark bis Texel immer schmerzhaftere Einschränkungen hinnehmen musste. Das wurde auch in unserem Heft schon vielfach beklagt: Ohne Zweifel ist das Watt ein schutzwürdiges Gebiet, das durch Einleitungen aller Art, durch Industrialisierung der Küste, auch durch stark gewachsenen Tourismus gefährdet ist, aber es ist ungerecht, den Wassersport dafür verantwortlich zu machen.

Dennoch: Ich hoffe auf eine schöne Saison 2016 mit genussvollen Törns entlang von Prickenreihen! Lolo Birkner