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Liebe Wassersportlerinnen und Wassersportler,

kann man an dieser Stelle etwas zu unserem Revier sagen, ohne zu jammern über die nicht geringer werdenden Schlickfrachten in unseren Häfen, ohne zu klagen über die industrielle Entwicklung am Emsdeich vor Jemgum, ohne sich zu wundern über die merkwürdige Schadensbekämpfung der Umweltverbände (vor allem BUND und WWF), die in einem Kanalprojekt mitten durch eine intakte ostfriesische Kulturlandschaft das Heil für die geschundene Ems sehen?

Ich versuche es, halte mich zurück - und wende mich einer anderen Sorge zu. Hermann Baxmann, Vorsitzender des SVL, bekümmert die Tatsache, dass immer weniger Schüler Zeit für die Segelausbildung hätten. Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Angebote von den Jugendlichen in weit geringerem Ausmaß als früher wahrgenommen würden, weil sie durch Nachmittagsunterricht zu sehr eingebunden seien.

Das allerdings träfe so nicht zu, erklären die Schulleitungen der Leeraner Gymnasien. Die Oberstufenschüler hätten zwar 34 Wochenstunden Unterricht, aber die entfielen nur zu einem kleinen Teil auf den Nachmittag. Richtig sei, dass die Schüler sehr gefordert seien, müssten sie doch in acht Jahren den Stoff erarbeiten, der sonst in neun Jahren behandelt würde. Das könnten viele Schüler ohne erhöhten Lerneinsatz nicht schaffen. Freizeitaktivitäten blieben dann auf der Strecke.

Gibt es überhaupt Schönes, Erfreuliches in unserem Segelsport? Natürlich! Ich habe viele spannende Berichte gehört von Segelsportlern unseres Reviers. Sie haben eindrucksvolle Törns unternommen, über die in diesem Heft berichtet werden könnte. Aber vielen Seglern und Motorbootfahrern liegt daran nichts. Eine Seglerin aus Jemgum machte eine rühmliche Ausnahme: Heidrun Meyer.

Sie nahm - lange und sorgfältig vorbereitet - ein halbes Jahr Auszeit von der Schule und trat mit dem Motorsegler „Muthje" ihre Reise nach Polen an. Einige Sportschiffer werden sagen, dass ihre eigene Reise viel großartiger, weiter und abenteuerlicher war, aber a) sie haben darüber nicht berichtet b) sie haben die Reise nicht allein gewagt als Frau (was Heidrun nicht betont haben möchte) c) sie hat in humorvoller, selbstironischer Weise die Weltöffentlichkeit an ihrer Reise teilnehmen lassen via Internet-Blogs (Tagebuch).

Ich wünsche Euch eine schöne Saison 2010!

Lolo Birkner


 
midlum